Ég tala ekki íslensku – Mein Winter-Trip nach Island 2015

fahneWas machen zwei Deutsche zu dieser Jahreszeit in Island? Das ist eine der ersten Fragen, die uns ein Einheimischer abends in einer der vielfältigen und zahlreich vorhandenen Bars fragt. Unsere Antwort darauf fällt relativ knapp aus: Wir haben ein sehr gutes Angebot bekommen und hoffen auf „Aurora borealis“, diese einzigartige Lichtshow am nordischen Himmel, besser bekannt als Polarlicht.

Um dieses zu sehen, müssen sich einige Bedingungen erfüllen, die sich leider während unsres Aufenthalts nicht erfüllten und so mussten wir die Rückreise antreten ohne unser primäres Ziel erreicht zu haben. Aber immerhin ein Grund, um irgendwann noch einmal in dieser wirklich fantastisches Land zurückzukehren! Denn trotzdem bin ich begeistert von der Stadt Reykjavik und der fantastischen Natur Islands.

Wir erlebten den Ausbruch des Geysirs Strokkur, der übrigens direkt neben dem Geysir Geysir liegt, nach dem diese Naturphänomene benannt wurden. Wir wurden von der Größe des Wasserfalls Gulfoss beeindruckt und waren im verschneiten Nationalpark Þingvellir, in dem das älteste Parlament der Welt tagte und – für mich natürlich bombastisch – einige Szenen für die vierte Staffel von Game of Thrones gedreht wurden. Wir sahen Lavafelder und Islandponys.

Wir lernten beim djammið, dem allwochenendlichen Um-die-Häuser-ziehen der isländischen Hauptstädter die zahlreichen Bars, Cafés und Kneipen kennen und probierten so manch isländische Biersorten und den kultigen isländischen Schnaps „Brennivin“, der bereits durch das Lied Skin and Bones der FooFighters Kultstatus erreichte.

Wir schwammen bei Schneesturm und Minusgraden im 40°C warmen Wasser der Blauen Lagune, schauten uns mit unserm kleinen Toyota die stürmische Westküste mit den kleinen Orten Arkranes und Borgarnes und ihren Fjorden und Bergen an. Wir fuhren durch Sonnenschein, Regen, Schnee und Stürme. Denn wie sagen die Isländer: Du magst unser Wetter nicht? Dann warte fünf Minuten. Wir fuhren über das Meer an der Küste entlang.

Wir erlebten das einzige Phallusmuseum der Welt – ja im Ernst „Phallusmuseum“ und schauten uns in der Ausstellung Reykjavik 871 ±2, wie die Besiedlung und das Leben der Wikinger aussah. In Reykjavik tranken wir das Nationalgetränk Kaffee in allen möglichen Cafés und kauften uns einen Lopapeysa, den traditionellen Island-Pullover. Wir schlenderten durch den Hafen und die Altstadt, besuchten das Techno-Konzert Sonar im wunderschönen Veranstaltungsgebäude Harpar, welches leider ausverkauft war. Wir konnten aber im Foyer mitfeiern und zu der Musik von Skrillex tanzen. Wir schauten vom Wasserspeicher Perlan und der bekannten Helgrimskirkja auf die Stadt und knipsten Fotos von dem Kunstwerk Solfár, der Sonnenfahrt. Zudem erlebten wir den isländischen Karneval, bei dem sich die Kinder verkleiden und von Geschäft zu Geschäft ziehen, dort singen und dafür Süßigkeiten bekommen.

Ein letztes Highlight war – natürlich wie so oft auf Reisen – das Kennenlernen und Probieren der einheimischen Küche. Ich teste mich durch belegte Brote mit Lammfleisch, dem beliebtesten Fleisch auf Island, und Lachs. Ich aß Plokkfiskur, einen lauwarmen Brei aus Fisch und Kartoffeln, und Stockfisch mit Butter, was auf Isländisch Harðfiskur heißt. Ich kostete Skyr, ein quarkähnliches Produkt mit Heidelbeeren als Nachtisch und eine kleine Portion Puffin (oder auch Papageitaucher), dem Nationalvogel der Isländer, welcher sehr lecker und wildähnlich schmeckt. All die Gerichte, die bisher hier standen haben mir wirklich sehr gut geschmeckt und ich würde sie jederzeit wieder essen. Ein Gericht jedoch wird sich nicht mehr im meinen Magen und vor allem auf meine Zuge verirren: Hákarl – Der vergammelte (manche nennen es klangvoller: fermentierte) Hai. Er riecht nach Urin und schmeckt schlimmer als alles, was ich bisher gegessen habe.

Abschließend kann ich sagen, dass Island mit Recht auf meiner Bucket-Liste stand und ich gerne auch mal im Sommer wiederkommen möchte, um die anderen Sehenswürdigkeiten, wie die Vulkane Hekla und Eyjafjallajökull, die schwarzen Lavastrände von Vik, den Drehort von Das erstaunliche Leben des Walter Mitty Snæfellsnes oder den berühmten Gletscher Vatnajökull zu sehen.

Also Island: Wir sehen uns wieder!

flug

PS: „Ég tala ekki íslensku“ heißt „Ich spreche kein Isländisch“!

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