Bungee-Jumping in Chiang Mai | Gruppenzwang und Höhenangst

Kennt ihr das Phänomen des Gruppenzwangs? Ich kenne dieses Phänomen nur zu gut. Ein Erfahrungsbericht aus meiner IJFD-Zeit in Thailand. Ihr seht ja auf den Bildern, dass es schon ein bisschen her ist. Aber fangen wir von vorne an:

Eines Tages saßen wir in unserer WG in Chiang Mai mit einigen Leuten zusammen und machten uns Gedanken, wie wir unsere Zeit hier noch spannender gestalten könnten und plötzlich hatte einer die grandioseste Idee aller Zeiten: Bungee-Springen!

Alle waren begeistert. Im ersten Moment konnte ich mich mit dem Gedanken auch anfreunden und bejahte. Wir gingen auseinander und da schoss es mir durch den Kopf: „Shit, ich habe Höhenangst!“. Doch es gab kein Zurück mehr.

Ein paar Tage später fuhren wir zur Sprung-Anlage und wie es der Zufall so will, war diese aufgrund von technischen Problemen geschlossen. Glück gehabt, doch nicht springen! Zu früh gefreut. Bereits eine Woche später war die Anlage wieder bereit.

SONY DSCNach dem Wiegen, was wichtig ist, um die richtige Stärke des Seils zu ermitteln. Das Seil wurde einfach mit einer Schlinge um die Beine gelegt. Einfach so! Ohne weitere Sicherung! Mein Puls schoss in die Höhe. Jetzt ging es bereits mit einem kleinen Aufzug auf den 55 Meter hohen Turm.

Oben angekommen hatte man einen tollen Ausblick über den Dschungel SONY DSCin Nordthailand. Genießen konnte ich diesen jedoch nicht. Denn kaum am Rande angekommen , fragte mich der Guide, ob ich springbereit wäre! Ich antworte mit „nein“. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen zu springen. Trotzdem begann er mit dem Countdown: „3-2-1- Bungeee“! Ich blieb wie angewurzelt stehen. Beim zweiten Mal sagte der Guide mit freundlicher aber bestimmter Stimme, dass er noch einmal zähle, Sollte ich dann aber nicht springen, würde er mir „helfen“. Diese Blöße wollte ich mir natürlich nicht geben. Schließlich standen unten genug Menschen, denen ich zeigen wollte, dass das ein Klacks ist.

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SONY DSCDer Countdown begann von vorne: 3 – 2 – 1 – Bungee! Ohne groß nachzudenken ließ ich mich von der Plattform fallen und raste Richtung See. Ich musste schreien, da ich das Gefühl hatte ansonsten keine Luft zu bekommen und dann dippte ich mit dem Kopf voran bis zur Brust in einen kleinen See. Ich würde den Tipp geben, dass schreien vorher zu beenden, um nicht ekliges stehendes Gewässer zu schlucken. Diesen Moment habe ich leider verpasst.

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Das Seil zog mich wieder hoch und schoss nach oben. Dann ging es wieder runter und SONY DSCwieder hoch und wieder runter. Jetzt war der Spuk vorbei und ich hing einfach an dem langen Gummiseil und wartet auf die lange Stange, an die ich mich klammern konnte, um an das rettende Ufer zu kommen. Dieses Warten kam mir vor wie ein Ewigkeit und ich hatte das Gefühl aus der Schlaufe zurutschen. Natürlich passierte nicht und irgendwann lag ich vollgepumpt mit Adrenalin auf den weichen Matten.

Ich bekam meine Mut-Urkunde und ein T-Shirt. Auch die anderen hatten bereits das Springen überlebt und so fuhren wir glücklich und voller Eindrücke zu Burger King, um dort über das Erlebte zu quatschen.

Die Anlage war sicher, das Personal professionell und freundlich. Das Springen eine Erfahrung fürs Leben. Würde ich es wieder tun? Vermutlich nicht. Aber sage niemals nie.

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